"Spaß an der Veränderung" – Georgios Manolidis im Porträt

„SPAß AN DER VERÄNDERUNG“ – GEORGIOS MANOLIDIS IM PORTRÄT

Interview Pharma RelationsIn der aktuellen Ausgabe der Pharma Relations wurde Georgios Manolidis, Gründer und Geschäftsführer von cyperfection porträtiert. Der Artikel beschreibt anschaulich seine Beweggründe und seinen Werdegang.

Das deutsche Sprichwort „Wer rastet, der rostet“ beschreibt nach Aussage von Georgios Manolidis, Mitgründer und Geschäftsführer von cyperfection, ganz gut seinen persönlichen Ansporn. „Zum einen macht es mir Spaß, immer wieder Neues auszuprobieren und innovative Ideen umzusetzen.“ Zum anderen ist die Bereitschaft und Freude an Ver­änderung auch ein klarer Erfolgsbaustein für die Agentur, zeigt sich Manolidis überzeugt. „Weiterentwicklung ist nur möglich, wenn wir Dinge hinterfragen und bereit sind, Prozesse zu optimieren.“

Deshalb spielt die gelebte Feedback­kultur bei cyperfection auch eine zentrale Rolle. „Nur so können wir unsere hohen Qualitätsmaßstäbe, die wir an un­sere Arbeit anlegen, kontinuierlich gewährleisten.“ Zielstrebigkeit kombiniert mit einem kritischen Bewusstsein und der notwendigen Portion Lockerheit – so beschreibt Georgios Manolidis selbst seine stärksten Charaktereigenschaften. Oder wie seine Freunde es formulieren: „Er ist ein schwäbischer Grieche.“

In zwei Kulturen zu Hause zu sein, ist für Georgios Manolidis ein klarer Vorteil. „Ich bin in Deutsch­land geboren und zum Teil in Grie­chenland aufgewachsen.“ Manoli­dis ist zweisprachig erzogen und hat die Traditionen der deutschen und griechischen Kultur kennen-und schätzengelernt. Da seine Eltern, die ein Restaurant in der Nähe von Stuttgart hatten, sehr viel gearbeitet haben, wurden er und seine Geschwister öfters zu den Großeltern nach Griechenland geschickt. Rückblickend betrach­tet, „war es großartig, dass ich auf diese Weise beide Kulturen erleben konnte.“ Und er ergänzt: „Meine Wurzeln sind mir sehr wichtig und das gebe ich auch ganz bewusst an meine Kinder weiter.“

Nach dem Abitur studierte Manolidis BWL an der Fachhoch­schule Ludwigshafen. Die Stu­dienzeit nutzte er für ein Aus­landssemester in Bristol. Das Studium in England könnte man – ohne allzu pathetisch zu wer­den – als einen entscheidenden „Wendepunkt“ in Manolidis‘ Le­ben bezeichnen. Oder nüchterner formuliert: „Das Studium war ein großes Glück für mich.“ Denn in England war die Nutzung des In­ternet, die in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckte, schon sehr viel weiter vorange­schritten. „Die Möglichkeiten, die das Internet bietet, haben mich total fasziniert“, sagt Manolidis. „Als ich nach dem halben Jahr nach Deutschland zurückkam, war ich Feuer und Flamme für dieses Thema.“ Die Begeisterung spiegelte sich sowohl in den Se­minararbeiten wie auch seiner Diplomarbeit – mit dem Thema Internetstrategie eines Reisever­anstalters – wider. Die Faszination für das Internet ging schließlich so weit, dass Manolidis auch be­ruflich etwas mit dem Thema ma­chen wollte.

Georgios Manolidis, Geschäftsführer bei cyperfectionDas Problem dabei war, dass das Internet zur damaligen Zeit noch ein relativ unbekanntes Ter­rain war und deshalb war es laut Manolidis auch eher schwierig, einen Job in dem Bereich zu be­kommen. Der Weg in die Selbst­ständigkeit war damit „vorpro­grammiert“. Zusammen mit fünf Studienkollegen hatte Manolidis bereits während des Studiums eine Internetagentur mit dem Namen „cyperfection“ gegrün­det. Der Start des Unternehmens liegt nun mehr als 20 Jahre zu­rück – von den damaligen Grün­dern sind Georgios Manolidis und Sven Korhummel noch an Bord. „Vom Beginn bis heute hat sich die Agentur natürlich schon in vielerlei Hinsicht gewandelt“, so Manolidis. „Ohne die Bereitschaft und auch die Leidenschaft der Mit­arbeiter für Veränderungen könnte sich ein Dienstleistungsunterneh­men – und insbesondere auch eine Agentur im Bereich der digitalen Strategie und Markenführung – nicht weiterentwickeln.“ Verän­derung und Weiterentwicklung, um für Kunden kreative Ideen zu generieren und somit optimale Lö­sungen zu entwickeln und umzu­setzen, gehört nach Einschätzung des Unternehmengründers zum Selbstverständnis von cyperfec­tion. Von Beginn an zeichnet sich die Agentur zum einen durch ihre besonderen Ideen im Bereich Di­gital aus. Zum anderen aber auch durch ein extrem hohes Maß an Qualitätsbewusstsein.

Dass Manolidis auch nach mehr als 20 Jahren im Business nach wie vor mit Leidenschaft und Herzblut arbeitet, liege an der Branche und dem Medium. „Der Bereich ist so unglaublich spannend, dass es immer wieder etwas Neues zu entdecken und auszuprobieren gibt.“ Es gebe in dem Bereich keinerlei Stillstand, sondern ständige Weiterentwick­lungen und Bewegung im Markt durch neue Technologien und Möglichkeiten – „wie sollte es mir da langweilig werden?“, so Mano­lidis‘ rhetorische Frage.

Intern verfolge das Team den Ansatz, Dinge nicht als gegeben zu nehmen, sondern immer wieder zu hinterfragen. Auch Prozesse würden kontinuierlich auf den Prüfstand gestellt, um zu schauen, ob es nicht noch bessere Lösungen gebe. Als einen entscheidenden Erfolgsfaktor nennt Manolidis die gelebte Feedbackkultur bei cyper­fection. Nach jedem Projekt werde zusammen diskutiert, was beson­ders gut gelaufen sei, aber auch, an welchen Stellen noch optimiert werden könnte. Im Fokus stehe bei dieser „offenen Kritikkultur“, „dass wir Erkenntnisse aus den gewonnen Erfahrungen ziehen, um uns noch weiter zu verbessern“.

Einmal pro Monat findet bei den Digitalexperten in Ludwigs­hafen eine interne Weiterbil­dungsveranstaltung mit dem Namen „Show & Tell“ statt. „Da besprechen wir neue Trends und Entwicklungen in der Branche.“ Als Agentur im Bereich digitale Markenführung und digitale Stra­tegien reicht es nach Ansicht von Manolidis nicht aus, einfach nur up-to-date zu sein. „Wir müssen Trends frühzeitig antizipieren und unseren Kunden immer einige Schritte voraus sein.“

Für Manolidis ist es wichtig, dass sich die Mitarbeiter in ihrem Fachgebiet weiterentwickeln und die Bereitschaft haben, über den eigenen Tellerrand hinauszuschau­en und sich auch für andere The­men zu interessieren. Großen Wert legen die beiden Geschäftsführer darüber hinaus auf eine gute Stim­mung im Team: „Wir haben einfach Spaß an dem, was wir machen.“

Über sich selbst sagt Manoli­dis, dass er ein „zielorientierter Mensch“ sei. „Ich sehe keine Pro­bleme, sondern nur Herausforde­rungen und Lösungen.“ Dass bei ihm zwei Kulturseelen in einer Brust schlagen, manifestiert sich in der Aussage, dass er nicht ver­bissen zielstrebig sei, sondern auch eine gute Portion Lockerheit habe. Seine Freunde und Kollegen beschreiben diese Verschmelzung zweier Charaktereigenschaften so: „Er ist ein schwäbischer Grieche“.

Im Geschäftsleben ist Mano­lidis an langfristigen Kundenbe­ziehungen gelegen. „Wir sehen unsere Kunden als Partner und agieren entsprechend.“ Auch in diesen Beziehungen seien Offen­heit und Feedback sehr wichtig. „Nach jedem Projekt ruft ein ex­terner Berater bei den Kunden an um nachzufragen, wie das Projekt aus ihrer Sicht gelaufen ist.“ Die­se Vorgehensweise werde von den Kunden sehr geschätzt.

Mit Blick auf die Entwicklung des Healthcaremarktes zeigt sich Manolidis überzeugt, dass die Di­gitalisierung die Branchen kom­plett verändern werde. „Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung.“ Auch wenn die digitale Transfor­mation schon eher als Buzzwort begriffen werde, sollten die Un­ternehmen davor keinewegs die Augen verschließen, „denn diese Transformation ist Realität“. Und es gelte, jetzt die Weichen zu stel­len, um auch in Zukunft noch am Markt agieren zu können. Gerade die Pharmaindustrie sollte sich laut dem Digitalexperten noch viel mehr öffnen. „Die Pharma­industrie sollte weg vom reinen Produktehersteller, denn sie ha­ben sehr viel mehr Potenzial.“ Manolidis gibt in dem Zusammen­hang auch zu bedenken, dass die traditionelle Healthcareindustrie zunehmend mit Wettbewebern aus fachfremden Branchen kon­kurrieren wird.

Hinzu komme, dass es immer mehr Zielgruppen und Stakehol­der im Markt gebe, mit denen die Pharmaindustrie kommunizieren müsse. Jede Zielgruppe habe an­dere Bedürfnisse. Zwar müsse die Kommunikation auf die individu­ellen Bedarfe ausgerichtet sein, im Kern sollte sie aber stringent sein. Eine digitale Strategie ge­hört für Manolidis heutzutage ganz selbstverständlich zur Un­ternehmenskommunikation dazu. „Wichtig ist dabei, die richtige und konsequente Verzahnung der verschiedenen Maßnahmen.“

Vor drei Jahren hat die Agentur eine historische Werfthalle direkt am Rhein in Ludwigshafen bezo­gen und diese für ihre Bedürfnisse komplett umgebaut. Früher Werf­thalle – heute beherbergt das In­dustrierelikt eine Digitalagentur: Die Zeitläufte und Veränderungen könnte man kaum anschaulicher darstellen.

Auf die Frage, welche Persön­lichkeit er gerne treffen würde, nennt Manolidis Steve Jobs, der ein „absoluter Visionär“ gewesen sei und Dinge weitergedacht und vorangetrieben habe.

In seiner Freizeit treibt Ge­orgios Manolidis viel Sport: vor allem Fahrrad fahren und Laufen. Um seine Batterien aufzuladen verbringt Manolidis gerne Zeit mit seiner Familie. Dabei teilen sich alle ein Hobby – nämlich gemeinsame Reisen. Seine drei Kinder im Alter zwischen 9 und 14 Jahren wachsen zweisprachig auf. Regelmäßig verbringen sie Zeit bei ihren Großeltern in Griechenland. „Ich habe es sehr genossen, in zwei Kulturen aufzuwachsen – das möchte ich an meine Kinder wei­tergeben.“

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