Die Conversational Games – Online-Kommunikation ist Spitzendisziplin bei Olympia 2012

DIE CONVERSATIONAL GAMES – ONLINE-KOMMUNIKATION IST SPITZENDISZIPLIN BEI OLYMPIA 2012

Mikrophon-FußballrasenDie Olympischen Spiele in London sind in vollem Gange. Unmengen an Journalisten berichten aus der britischen Hauptstadt über die sportlichen Wettkämpfe. Bei einem solchen Mega-Event gibt es allerdings auch abseits der Tartan-Bahnen, Schwimmbecken und Sporthallen eine Vielzahl spannender Ereignisse, Statistiken, Tendenzen und Kommentare. cyperfection hat Olympia 2012 aus der Perspektive der Markenführung Online aufmerksam beobachtet und ein Round-Up zusammengestellt. Dabei konnten wir feststellen: Trends und Methoden der digitalen Markenführung aus Unternehmenssicht finden sich auch bei der Olympiade in London wieder.

1. Digital ist Trumpf

Alex Hout, Social-Media-Verantwortlicher des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), sprach im Vorfeld der Olympiade von den ersten „Conversational Games“. Seit den letzten Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking hat Facebook sich von 100 Millionen auf 900 Millionen Nutzer weiterentwickelt. Sportler, Medien, Fans und Sponsoren bedienen sich sozialer Netzwerke stärker denn je zuvor. Wie TechBargain in einer Studie ermittelte, wird der Genuss der sportlichen Wettkämpfe via TV immer mehr um „second screens“ erweitert. Sieben von acht potenziellen Olympia-Zuschauern planten vor der Olympiade, sich zum Verlauf der Wettkämpfe über soziale Netzwerke auszutauschen. Neben der Fernbedienung des TV-Geräts finden zunehmend Laptops, Tablets und Smartphones ihren Platz. Passiver Konsum von Informationen scheint also weiter dem Bedürfnis nach Multichannel-Kommunikation zu weichen.

2. Social-Media-Newsroom trifft Umkleidekabine

Das Prinzip des Social-Media-Newsrooms in der Unternehmens-Kommunikation dürfte bekannt sein. Ähnliches bietet nun auch das IOC bei Olympia 2012. Unter der Adresse http://hub.olympic.org/ wurde ein zentraler Anlaufpunkt geschaffen, um den Social-Media-Content rund um die Spiele zu bündeln. Die Seite enthält unter anderem Suchfunktionialitäten, Sharing-Optionen und direkten Zugriff auf die Social-Media-Accounts der bekanntesten Sportler. Um das Engagement der Fans zu erhöhen und die Viralität der OIympischen Spiele in den sozialen Netzwerken noch weiter zu verstärken, können die Besucher des Hubs spezielle Belohnungen erlangen. Wer den Accounts von Sportlern folgt und Content teilt, kämpft so um Punkte, Badges und exklusive Inhalte im Hub. Mittels Interaktivität erhält die Marke „London 2012“ so weitere Aufmerksamkeit in den sozialen Netzwerken.

3. Online-Knigge für Athleten

Starten Unternehmen ins Social Web, werden häufig für die Mitarbeiter Richtlinien zum Umgang mit den sozialen Netzwerken erarbeitet. Auch das Internationale Olympische Komitee bedient sich nun sogenannter „Social-Media-Guidelines“, um die Athleten und den störungsfreien Ablauf der Spiele vor den kleinen und großen Fettnäpfchen zu bewahren. Erwünscht ist laut IOC ein „Ich-Tagebuch“ aus London, unerwünscht hingegen Kommentare zu Wettbewerben und anderen Olympia-Teilnehmern. Angesichts der riesigen Aufmerksamkeit für die Athleten handelt es sich um einen nachvollziehbaren Schritt des IOC. Unter der medialen Lupe dürfte kaum ein Lapsus bei Twitter oder Facebook unentdeckt bleiben. Dass diese Einschränkung bei den Athleten und Social-Media-Fans jedoch auf wenig Gegenliebe stößt, ist wenig überraschend.

4. Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Wer online nicht sichtbar ist, der verschenkt wertvolles Potenzial. Dieser für Unternehmen gültige Leitsatz lässt sich auch auf die deutschen Sportler bei Olympia 2012 anwenden. Beim großen Social-Media-Wettlauf dieser Spiele scheinen unsere Olympioniken aktuell nicht auf Medaillenkurs zu sein, wie eine Studie von KPunktNull ermittelte. Lediglich 42 Prozent der 392 Athleten des Olympia-Teams besäßen eine – oftmals semi-professionell gestaltete – Homepage, nur 30,2 Prozent eine Facebook-Seite und 18,2 Prozent einen Twitter-Account. Die deutschen Sportler lassen in puncto Online-Selbstvermarktung also einige Wünsche offen und schneiden sich damit ins eigene Fleisch. Schließlich macht eine breite Online-Fanbasis einen Athleten für potenzielle Sponsoren interessanter.

5. Fremde Federn kleiden schlecht

Fühlt man sich durch den olympischen Kommunikationsboom veranlasst, zum Beispiel im eigenen Online-Shop oder im Rahmen einer E-Mail-Marketing-Aktion olympische Terminologie oder Symbolik zu verwenden, ist Vorsicht angebracht. Ansonsten kann es trotz aller Sport-Euphorie markenrechtlich ein böses Erwachen geben. Dass die Rechte an Markennamen und Symbolen der Olympiade rigoros geschützt werden, durfte ein Metzger aus dem englischen Weymouth erfahren. Er hatte auf ein Werbeschild Würste in Form der olympischen Ringe gemalt und musste diese prompt wieder entfernen. Um ähnliche Fehltritte zu umgehen, empfiehlt sich ein Blick auf die Website der IHK München. Dort findet sich eine Zusammenfassung der rechtlichen Lage.

(Bildquelle: Fotolia)